Transformative Klimawandelanpassung in Bergregionen erfordert einen Bewertungsrahmen, der Vergleiche über verschiedene Skalen, geografische Gebiete und sozioökonomische Kontexte hinweg ermöglicht und gleichzeitig die Sensibilität für lokale Gegebenheiten bewahrt. Während neuere Bewertungsrahmen zunehmend bereichsübergreifende und partizipative Ansätze berücksichtigen, wird ihre praktische Anwendung in Anpassungsprojekten oft durch kurze Projektzyklen, ungleiche Monitoringkapazitäten und die Tendenz eingeschränkt, direkt messbare und zuordenbare Ergebnisse zu bevorzugen. Aufbauend auf methodischen Entwicklungen im Rahmen des Horizon-Europe-Projekts „MountResilience“ in sechs heterogenen europäischen Bergregionen, schlägt dieser Beitrag erste Gestaltungsprinzipien für einen gemeinsamen Bewertungsansatz vor. Zu den Schlüsselelementen gehören eine begrenzte Anzahl gemeinsamer Bewertungskategorien, gemeinsam mit lokalen Akteuren erarbeitete Datenerfassungspläne, realistische Monitoringmaßnahmen, externe Validierung durch repräsentative Haushaltsbefragungen sowie eine narrative Interpretation, um komplexe und zeitlich verzögerte Auswirkungen zu erfassen. Dieser mixed-methods Ansatz erkennt Rahmenbedingungen wie Governance-Kapazitäten, Bürger:innenbeteiligung, Dateninfrastrukturen und institutionelle Routinen als integralen Bestandteil des Anpassungsfortschritts an. Er betont einen verantwortungsvollen Vergleich, indem er sich auf Fortschrittskategorien statt auf direkte Ranglisten konzentriert, auf eine selektive Quantifizierung, die mit Kausalaussagen im Einklang steht, sowie auf ein Monitoring, das auf langfristiges Lernen über Projektzyklen hinaus ausgelegt ist. Dieser Beitrag schlägt eine Weiterentwicklung transdisziplinärer, bereichsübergreifender Wirkungsanalyse vor, die regionsübergreifendes Lernen, Legitimität und eine effektive Steuerung von Anpassungserkenntnissen im Bergkontext unterstützt.